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Texte von Johannes Tauler





Wenn der Mensch in der Übung der inneren Einkehr steht

 

Wenn der Mensch in der Übung der inneren Einkehr steht,

hat das menschliche Ich für sich selbst nichts.

Das Ich hätte gerne etwas,

und es wüsste gerne etwas,

und es wollte gerne etwas.

 

Bis dieses dreifache "etwas" in ihm stirbt,

kommt es den Menschen gar sauer an.

Das geht nicht an einem Tag

und auch nicht in kurzer Zeit.

Man muss dabei aushalten,

dann wird es zuletzt leicht und lustvoll.

Tauler


Der Mensch lasse die Bilder der Dinge

 

Der Mensch lasse die Bilder der Dinge

ganz und gar fahren

und mache und halte seinen Tempel leer.

Denn wäre der Tempel entleert,

und wären die Fantasien, 

die den Tempel besetzt halten, draußen,

so könntest du ein Gotteshaus werden,

und nicht eher, was du auch tust.

Und so hättest du den Frieden deines Herzens und Freude,

und dich störte nichts mehr von dem,

was dich jetzt ständig stört,

dich bedrückt und dich leiden lässt.

Tauler



Der Mensch soll seinen Grund wahrnehmen

 

Der Mensch soll seinen Grund wahrnehmen

und sich kehren in das Allerinnerste seines Herzens,

das ist, in das Allerinnerste seines Grundes.

Man soll die Bilder fahren lassen

und hindurch dringen in den allerinnersten Menschen.

Der innerste mensch kennt kein Wirken mehr,

denn das Wirken liegt allein bei Gott.

Er hält sich untätig und lässt Gott wirken.

Tauler



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